ETH, EPFL, UZH, HSG: Pflichtpraktikum im Ausland
Was unterscheidet die Schweizer Hochschulen bei Pflichtpraktika im Ausland — und was du beachten musst.
Wichtigste Erkenntnisse
- ✓ Jede Hochschule hat eigene Regeln — pruefe zuerst beim Studienbuero
- ✓ Ein Learning Agreement ist fast ueberall Pflicht
- ✓ SEMP und Pflichtpraktikum lassen sich kombinieren
- ✓ Das IRO (International Relations Office) ist dein erster Ansprechpartner
ETH Zuerich
Die ETH hat klare Anforderungen fuer Industrie-Praktika:
- Umfang: 8 Wochen fuer Bachelor Maschinenbau/Elektrotechnik/Informatik; andere Studiengaenge variieren
- Ausland: Ausdruecklich erlaubt und erwuenscht. Das ETH Career Center unterstuetzt aktiv bei der Suche.
- Anerkennung: Praktikumsbericht + Bestaetigung des Arbeitgebers einreichen
- SEMP: Kombinierbar — wende dich an das International Relations Office der ETH
- Learning Agreement: Nicht zwingend vorgeschrieben, aber fuer SEMP noetig
Tipp fuer ETH-Studierende: Tech-Praktika in London, Singapur und San Francisco sind sehr beliebt und werden von der ETH aktiv unterstuetzt. Meld dich fruehzeitig beim Career Center.
EPFL (Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne)
Die EPFL verfolgt aehnliche Richtlinien wie die ETH, ist aber staerker franzoesisch-sprachig orientiert:
- Umfang: 8-14 Wochen, abhaengig vom Studiengang
- Ausland: Sehr haeufig. EPFL hat starkes internationales Netzwerk (MIT, Stanford, Singapur NUS, Ecole Polytechnique Paris).
- Romands: Fuer franzoesischsprachige Studierende sind Paris, Montreal und Genf beliebte Ziele
- SEMP: Gut unterstuetzt durch das Relations Internationales Buero der EPFL
- Hinweis: EPFL-Studierende haben oft Zugang zu EPFL-eigenen Austauschprogrammen mit Partnerhochschulen
UZH (Universitaet Zuerich)
Die UZH hat keine hochschulweite Pflichtpraktikumsregelung — es haengt stark vom Fachbereich ab:
- Wirtschaftswissenschaften: Empfohlen, aber kein formales Pflichtpraktikum
- Medizin / Zahnmedizin / Veterinaemedizin: Klar definierte Pflichtpraktika, aber meist klinisch (schlechtere Eignung fuer Ausland)
- Rechtswissenschaften: Kein Pflichtpraktikum im Bachelor
- SEMP: Vollumfaenglich unterstuetzt durch das International Office
- Empfehlung: Fuer Nicht-Pflichtpraktika an der UZH ist freiwilliges Auslandspraktikum trotzdem sehr wertvoll und wird bei Bewerbungen positiv gewertet
HSG (Universitaet St. Gallen)
Die HSG ist bekannt fuer ihren starken Praxisbezug. Internships sind Teil der Kultur:
- Assessment-Jahr: Das erste Jahr hat ein empfohlenes Praktikum nach dem Assessment
- Bachelor: Kein formales Pflichtpraktikum, aber starker Peer-Druck und Kulturerwartung
- Master: Viele Master-Programme setzen Berufserfahrung voraus — Auslandspraktikum zaehlt
- HSG Career Services: Sehr aktiv, grosse Firmenkontakte, regionale Events in Zuerich, Frankfurt, London
- Beliebteste Ziele: London (Finance), New York (Finance/Consulting), Singapur (Consulting), San Francisco (Tech)
- SEMP: Gut unterstuetzt. IRO HSG ist sehr erfahren mit SEMP-Antraegen
Fachhochschulen: ZHAW, FHNW, BFH, HES-SO
Fachhochschulen in der Schweiz haben oft eingebettete Praxissemester — das ist ein grosser Vorteil:
| Hochschule | Praxissemester | Ausland moeglich? |
|---|---|---|
| ZHAW | Ja, 1 Semester (20 Wochen) | Ja, mit Learning Agreement |
| FHNW | Ja, abhaengig vom Studiengang | Ja, aktiv unterstuetzt |
| BFH | Ja, meist 5. Semester | Ja, mit IRO-Genehmigung |
| HES-SO | Ja (HES-Studienstruktur) | Ja, besonders Romandie-Partnerschaften |
Fachhochschulen haben den Vorteil, dass Auslandspraktika direkt ins Studium integriert werden koennen. Das ist effizienter als ein freiwilliges Praktikum zwischen Semestern.
Das Learning Agreement: Was es ist und warum es wichtig ist
Das Learning Agreement ist ein Dokument, das drei Parteien unterzeichnen: du, deine Hochschule, und dein Arbeitgeber im Ausland. Es legt fest:
- Welche Lernziele du waehrend des Praktikums verfolgst
- Welche Aufgaben du uebernimmst
- Wie das Praktikum im Studium anerkannt wird
Es ist sowohl fuer die Anerkennung des Pflichtpraktikums als auch fuer den SEMP-Antrag noetig. Vage Formulierungen sind der haeufigste Ablehnungsgrund — konkrete, messbare Lernziele sind entscheidend.
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